Hintergründe

Als kleiner Junge habe ich aus Haselstöcken und Paketschnur als Bogensehne einen „Flitzebogen gebaut“. Haselstecken dienten mir damals als Pfeile -viel zu schwer und ohne Federn. Natürlich hielt so ein Bogen nie lange, mal abgesehen von der Kraft und Reichweite eines solchen Eingebaus.  Heute sieht das anders aus:20 Jahre später.
Mein eigener Sohn war zu einem Kindergeburtstag eingeladen. – Das Thema: Indianer.
Das ließ in mir natürlich Kindheitserinnerungen wach werden, denn ein Indianer braucht natürlich auch Pfeil und Bogen. Da ich aber keinerlei Informationen, geschweige denn Erfahrung zum Thema Bogenbau besaß, habe ich einfach drauflos gebaut. Und tatsächlich: ein einigermaßen funktionsfähiger Bogen war vollbracht. Auch einen Pfeil habe ich noch schnell gehobelt und mit Krähenfedern bestückt. Schon konnte der Geburtstag starten. Es war ein Riesenerfolg für meinen Sohn. Sogar bester Schütze ist er damals geworden, und in mir war der Ehrgeiz entflammt. Kurzerhand besorgte ich mir jede Menge Literatur zum Thema Bogenbau. Nachdem ich die ersten Seiten eines Buches verschlungen hatte, musste ich mit dem ersten Bogen beginnen. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich im Bogenbau etwas gefunden hatte was mein weiteres Leben bestimmen würde. Etwas, was schon seit meiner Jugend in mir geschlummert hatte und jetzt endlich geweckt worden war. Etwas, worauf ich schon immer gewartet hatte. Es wurde ein Bogen nach dem anderen gebaut und innerhalb kürzester Zeit konnte ich über eine beachtliche Anzahl selbstgefertigter Bögen verfügen. Mein Sohn bekam selbstverständlich auch umgehend einen neuen Bogen.

Irgendwann, vor ein paar Jahren wurde ich dann von ein paar Freunden darauf angesprochen, ob ich sie nicht beim Bau eines eigenen Bogens unterstützen wolle. Gesagt, getan: Wir trafen uns mit allerhand zusammengewürfeltem Werkzeug bei schönstem Wetter im Garten und so entstanden unter meiner Anleitung eine Reihe von individuellen Langbogen aus Eschenholz. Da wir beim gemeinsamen Bogenbauen und anschließenden Bogenschießen unheimlich viel Spaß hatten, kam mir die Idee das Ganze mit weiteren Bogenbegeisterten zu versuchen. Die Idee der Bogenbaukurse war geboren.

Allein durch Mundpropaganda waren die ersten Kurse schnell ausgebucht. Da ich in meiner Werkstatt über genügend Arbeitsplätze verfüge, wurde kurzerhand das benötigte Werkzeug in fünffacher Ausführung besorgt. Mit der Fa. BEARPAW als zuverlässigem Lieferanten für alles weitere Zubehör hatte ich schon durch frühere Bestellungen Kontakt, und somit stand dem Beginn der ersten Kurse nichts mehr im Wege.

Zu den Bogenbaukursen für Erwachsene kamen ziemlich schnell Bogenbaukurse und Schießkurse auch für Kinder, Angebote an Schulen, Kindergeburtstage und eine feste Kindergruppe die sich wöchentlich zum Schießen und „Bogenbasteln“ traf.

Pfeil und Bogen bestimmen seither mein Leben und es ergeben sich ständig neue Ideen und Möglichkeiten was man rund um das Thema Pfeil und Bogen machen kann. Immer wieder jedoch habe ich eines festgestellt: Den Zauber, den es ausmacht, einen eigenen Bogen aus einem naturbelassenen Stück Holz herzustellen und damit dann auch noch schießen zu können, diesen Zauber muss man einfach selbst erleben. Beschreiben lässt sich dieses erhebende Gefühl kaum.

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