Bogenbau – Neuentwicklung versus Tradition

Die Zeiten ändern sich rasant und dennoch bleibt so vieles alter Tradition verhaftet. So auch Bogenbau und Bogenschießen …

So möchte man meinen. Aber Hand aufs Herz: Im 21. Jahrhundert müssen auch wir Bogenschützen und Bogner von manch einer liebgewonnenen Tradition Abschied nehmen. Wir leben einfach nicht mehr in Zeiten eines Robin Hood, so sehr das auch manch einen schmerzen mag! Dies jedenfalls mag einer der Gründe sein, warum sich Bogenschützen und Bogenbauer Schleswig-Holsteins gemeinschaftlich dazu durchgerungen haben, ab Frühlingsbeginn, mit Wirkung zu Beginn des 2. Quartals 2019, auf die Verarbeitung jeglicher tierischer Materialien zu verzichten.

Darüber hinaus wird es ab sofort keine Ziele mehr geben, die so genannte Jagdtiere darstellen. Es wird also auf Parcours und Wettbewerben keine Ziele mehr geben, „die in Form und Silhouette der physischen Form eines Tieres ähneln.“ Aus Gründen des Respekts und der längst überfälligen Anerkennung der im Grundgesetzt verankerten Religionsfreiheit geben die Bogenschützen und Bogner damit der seit Jahren anhaltenden Kritik seitens der Vegetarier und Veganer im nördlichsten Bundesland statt und verzichten auf die Verarbeitung tierischer Materialien und dem Beschuss animalistischer Ziele und Darstellungen.

Eine lobenswerte Entscheidung, die – so hoffen die nordischen Bogensportler – auch bald bundesweit Schule machen wird. Griffe aus Aalhaut, Hasenrepliken als Ziel, Federn an Pfeilen und Bogensehnen aus Darm sind längst durch hervorragende Kunststoffe ersetzbar. Ein Schritt in die richtige Richtung, meinen alle vernünftigen Bogenbauer und –schützen aus dem Land zwischen den Meeren. Schlagen wir gemeinsam ein neues, ein veganes Kapitel unserer Zunft auf!

So geht’s auch: eine gewissenhafte Alternative! Pappe oder Tetrapack eignen sich hervorragend als veganer Ersatz für die ansonsten so schmerzhaft gerupften Truthahnfedern.

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Ein neuer Bogenbauer…

Ich freue mich sehr, dass es in der Bogenmanufaktur Schleswig Holstein ab sofort Unterstützung gibt: Luca ist 20 Jahre alt, Sportstudent und hat bei mir seinen ersten Bogen vor zwölf Jahren gebaut! Heute ist der ein versierter und genauer Bogenbauer und ebenso begeistert von traditionellen Bögen wie ich selbst. Luca unterstützt mich ab sofort bei den Bogenbaukursen für Kinder und Kursen für Kindergeburtstage.

15 Jahre Bogenbau…

15 Jahre BOGENMANUFAKTUR Schleswig Holstein! Eigentlich sind Jubiläen nicht unbedingt mein Ding, weil ich oft den Eindruck habe, dass eine Jahreszahl schlicht als Anlass genommen wird, einen weiteren Grund für schnöde Werbung zu haben. Als ich nun aber feststellte, dass es die BOGENMANUFAKTUR bereits seit 15 Jahren gibt, hatte ich doch das Gefühl, dass es wichtig wäre, dies wenigstens hier in meinem Blog zu erwähnen. Daher möchte ich mich jetzt bei all meinen seit Jahren treuen Kunden bedanken! Viel haben meine Kursteilnehmer in dieser Zeit gelernt, viel habe ich in dieser Zeit gelernt! So gab es zahlreiche neue Entwicklungen, Weiterentwicklungen im Bogenbau und sogar kleine Erfindungen in meiner BOGENMANUFAKTUR.

Das Wichtigste aber waren im Rückblick die vielen intensiven und interessanten Begegnungen mit Kunden und anderen Bogenbauern, die sich in dieser Zeit ergeben haben! Natürlich ziehe ich aus Anlass zu diesem Jubiläum auch Bilanz und wende den Blick auf die nächsten Jahre. So wird es neue Projekte und Angebote in der BOGENMANUFAKTUR geben. Beispielsweise Glasbogenbau in den Seminaren, einen eigenen Serienbogen und exklusive laminierte Bogenrohlinge, um nur wenige Neuerungen anzukündigen.

Bogenbau an der Fachhochschule Kiel – Abschluss

Endlich können die Teilnehmer ihre selbstgebauten Bögen ausprobieren. Die Sporthalle der Fachhochschule ist dafür bestens geeignet: An den Kletterseilen kann das Fangnetz für fehlgeleitete Pfeile gut aufgehängt werden und das Probeschiessen kann beginnen. Alle sind gespannt, wie sich die eigenen Bögen in der Praxis bewähren. Zuerst aber muss die die Gruppe geteilt werden – eine Gruppe erhält eine Einführung in das intuitive Bogenschießen, die zweite geht mit Matthias zum Vermessen der Bögen. Später wird getauscht. Die Gruppe, die ihre Bögen testet, erhält noch ein paar Tipps und Tricks, um schnell zu guten Ergebnissen zu gelangen.
Abschließend wollten dann noch alle Teilnehmer wissen, wie „schnell“ die Bögen sind. Dazu nutzten wir ein Soundprogramm, um über die Differenz zwischen Abschussgeräusch und Auftreffen des Pfeiles die exakte Geschwindigkeit zu ermitteln. Die Ergebnisse gibt es hier im
Blog mit dem nächsten Eintrag.
– Ein gelungener Abschluss des Bogenbau-Kurses an der Kieler FH!

Bogenbau an der Fachhochschule Kiel – Tag 4

Tag vier: Die letzten Sehnen werden hergestellt. Die Bögen bekommen den letzten Schliff und die „erste Ölung“. Dann wickeln die Teilnehmer Griffe aus Leder und Rattan an ihre Bögen.
Im heutigen Physikteil erläutern Matthias und ich einige wichtige Aspekte beim Bau und bei der Wirkung der selbst gefertigten Holzbögen – Kraft, Energie und Wirkungsgrad stehen dabei im Vordergrund. Die beiden Bögen, bei denen es noch am Tag 3 Herausforderungen zu bewältigen gab, sind nun ebenso gut geworden, wie alle anderen auch. Der „zu“ dünne Bogen zeigt gute Eigenschaften und ist gerade durch seine „Feinheit“ besonders geworden und der Flicken, der an der Aststelle des anderen eingebaut wurde, zeigt keine weitern Auffälligkeiten. Auch dieser ist nun ein guter Bogen. Alle sind nun gespannt auf den praktischen Einsatz am nächsten Seminartag …

Bogenbau an der Fachhochschule Kiel – Tag 3

Am dritten Kurstag steht das Tillern der Bögen im Vordergrund. Erst die Biegung, die Belastung des Holzes zeigt, wo noch etwas getan werden muss und was schon optimal erscheint. Auch die Sehnenherstellung wird an diesem Tage in die Tat umgesetzt. Dann schon kommt bei einigen Teilnehmern der Feinschliff dran. – Fast fertig! Bei zwei Bögen gibt es kleine Herausforderungen: einer ist recht dünn geworden, dadurch schien der Bogen zunächst etwas zu schwach. Ein anderer Bogen weist eine Aststelle auf, die noch geflickt werden musste, aber auch dieses „Problem“ ist schnell gelöst. Am Ende des Tages sind alle Bögen in diesem Stadium recht gut geworden und alle Teilnehmer zufrieden mit Ihrer Arbeit – zu recht!

Bogenbau an der Fachhochschule Kiel – Tag 2

Da wir am ersten Tag schon Tipoverlays aus Hartholz verleimt hatten, konnten diese nun in Form geschliffen und mit Sehnenkerben versehen werden.

Die Bögen wurden heute abgerundet, die Griffe langsam in Form geraspelt und einige Teilnehmer haben damit begonnen, die ersten Bögen zu tillern.

Es macht immer wieder großen Spaß, mit anzusehen, wie eine Reihe individueller Bögen von Hand gebaut werden.