Gelungene Ferien – Bogenbau zwischen Ostereiern

Endlich Frühling! Die Osterglocken sprießen und überall bricht es grün hervor. Direkt vor der BOGENMANUFAKTUR hat eine Amsel ihr Nest bezogen und brütet schon fleißig die neue Amselgeneration aus. Auch in der BOGENMANUFAKTUR wurde es in den Tagen um Ostern wieder sehr lebendig und zahlreiche neue Fans des Bogenbaus und -schießens sind gewonnen.

12 Kinder und 5 Erwachsene dürfen sich nun stolze Besitzer eines traditionellen selbstgebauten Bogens nennen. In 4 Kursen haben die Väter und auch zwei (!) Mütter gemeinsam mit Ihren Kindern ihre eigenen Bögen gebaut.

20160402_160151Es ist wohl das gemeinsame Erlebnis, das dabei den größten Reiz ausmacht. Ein Vater sagte mir, dass ihm nie so klar gewesen ist, wie in diesen Osterferien, wie schön und wichtig es ist, gemeinsam mit seinem Sohn etwas zu erschaffen – „Ich glaube, wir haben – abgesehen von Vorlesezeiten – noch nie einen so intensiven Nachmittag zusammen gehabt“. Das klingt vielleicht ein wenig pathetisch, aber so sehr ist es das gar nicht! In einer Zeit, in der wir es fast verlernt haben, wie schön es ist, etwas mit den eigenen Händen herzustellen, was dauerhaft nutzbar ist, mit dem wir wachsen können, womit wir uns intensiv beschäftigen können, ist diese Erkenntnis gar nicht groß genug einzuschätzen. Ich denke, was dieser Vater da bemerkt hat, ist etwas, was meine Kursteilnehmer immer wieder feststellen: Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, sich an einem Tag vorzunehmen, ein Gerät herzustellen, mit dem sich weitere eigene Fähigkeiten erlernen und steigern lassen. Der Bogen ist ja eben nicht nur ein Werkstück, das sich nach der Herstellung bewundern lässt. – Man kann auch noch etwas Sinnvolles damit anstellen. Daraufhin die eigene Zielgenauigkeit zu erkennen, zu verbessern und immer wieder eigene, neue Ziele zu setzen und zu erreichen ist auch für das „erwachsene Kind“ ein unglaublich befriedigendes Erlebnis. Wer dann auch noch den eigenen Bogen hergestellt hat, mit dem diese Ziele dann erreicht / getroffen werden können, kann meist kaum beschreiben, wie schön und erfüllend diese eigentlich einfache Tätigkeit ist.

Ich glaube, wir drohen oft den Draht zu diesen einfachen Erfolgserlebnissen schlicht zu verlieren. Dabei will ich die Vorzüge unserer Zeit mitnichten verteufeln – im Gegenteil: Ich selbst nutze sehr gern die Neuerungen der Postmoderne und bin ein treuer Freund meines Smartphones. Die Kunst dabei ist, abschalten zu können. Und das kann und konnte ich selbst immer am besten bei handwerklicher Tätigkeit. – Noch besser: sobald man gemeinsam etwas mit anderen erschafft, kriegt das Werkeln (oder etwas höher bewertet: der kreative Prozess) eine ganz andere Qualität. Wenn nun Vater und Tochter oder wahlweise Mutter und Sohn gemeinsam einer Tätigkeit nachgehen und am Ende dann je mit einem selbstgebauten Bogen dastehen und diesen dann auch noch im besten Fall für einen gemeinsamen Sport nutzen können, das ist dann wirklich die Krone des Familienerlebnisses! Ich hatte zwar in diesen Ferien keine Familie, in der alle Teilnehmer einen Bogen gebaut haben, aber immerhin auch einen Vater, der gleich mit dreien seiner Söhne in der BOGENMANUFAKTUR gemeinsame Erfolgserlebnisse feiern durften. Für mich gibt es in der Arbeit nichts Schöneres, als diese Strahlen in den Augen, wenn hinterher die ersten Pfeile mit den selbst geschaffenen historischen Jagdgeräten geschossen und vielleicht sogar ins Ziel gegangen sind! Besser kann man es nicht treffen, wenn man wissen will, wie sich eine tolle Erfahrung zwischen den Generationen anfühlen kann.

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